Wenn im Büro die Temperaturen langsam steigen, stehen viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jeden Morgen vor der Frage nach dem passenden Outfit. Im Winter, Frühling und Herbst keine wirkliche Herausforderung. Allein des Wetters wegen sind die Optionen eingeschränkt. Lange Hose, geschlossene Schuhe, eventuell Hemd oder Bluse. Im Sommer allerdings wird der Schwierigkeitsgrad der morgendlichen Suche nach der Kleidung für den anstehenden Arbeitstag deutlich erhöht. Was bringt mich nicht ins Schwitzen, ist aber gleichzeitig angemessen fürs Büro? Aber was für den einen als angemessen wahrgenommen wird, muss es nicht auch für den anderen bedeuten. 

Welche Konsequenzen haben Dresscodes?

Um peinlichen Geschmacksverirrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vorzubeugen, liegt der Gedanke eines Dresscodes nahe. Im besten Fall vereinfacht er die Zeit vor dem Kleiderschrank und gibt dem Einzelnen Selbstsicherheit, indem er Orientierung schafft. Im schlechtesten Fall allerdings entsteht das Gefühl, gezwungen zu sein, verkleidet zu sein, etwas vorzugeben, was man nicht ist. Und genau dort liegt das Problem. In einer Ära, in der „New Work“ und „Agiles Arbeiten“ nicht mehr wegzudenken sind, kann dort so etwas wie ein Regelwerk an Kleidungsvorschriften überhaupt noch zeitgemäß sein?

Werteverständnis und New Work

New Work ist geprägt von Werten wie Selbstständigkeit, Handlungsfreiheit und Selbstverwirklichung. Menschen sollen ihre eigene Persönlichkeit einbringen. Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verwischen. Aber macht ein Dresscode nicht gerade diese Werte zunichte? Statt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das Vertrauen zu schenken, die richtige Kleiderwahl für ihren Arbeitsalltag zu treffen, stellt man Vorgaben auf. Kann das im Sinne von New Work sein?

Wie wir diese Frage als Unternehmen in der Dienstleistungsbranche beantwortet haben, dessen Strukturen sich durch eine Vielzahl von Kundenbesuchen auszeichnen, erzählen wir im nächste Woche folgenden Teil.